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Vor einigen Tagen haben wir über die Steuererklärung 2019 berichtet. Es gibt jedoch auch Personen, die keine ordentliche Steuererklärung auszufüllen haben, sondern an der Quelle, dem Lohn, besteuert werden. Gerne geben wir eine kurze Übersicht.

Grundsatz Quellensteuer

Grundsätzlich sind alle ausländische Arbeitnehmende mit einer unselbständigen Erwerbstätigkeit quellensteuerpflichtig. Dies betrifft unter Umständen ebenfalls Ersatzeinkommen wie Arbeitslosengelder, Mutterschaftsentschädigungen etc. Des Weiteren unterliegen alle Einkünfte von in der Schweiz tätigen Arbeitnehmenden mit Wohnsitz im Ausland der Quellensteuer. Zu beachten sind hierbei jedoch die geltenden Doppelbesteuerungsabkommen. Eine Übersicht aller Abkommen finden Sie hier.

Ausnahmen von der Quellensteuerpflicht

Besitzt ein Ehepartner das Schweizer Bürgerrecht oder die Niederlassungsbewilligung C, so ist keine Quellensteuer zu bezahlen. Anstelledessen ist eine ordentliche Steuererklärung auszufüllen. Von diesem Grundsatz ausgenommen sind verheiratete internationale Wochenaufenthalter, da sie in der Schweiz nur beschränkt steuerpflichtig sind und sich der Lebensmittelpunkt im Ausland befindet.

Basisfaktor Erwerbseinkommen

Für die Berechnung des Steuerabzuges ist der effektive monatliche Bruttolohn (Lohn vor allen Abzügen) massgebend. Über die Zusammensetzung des Bruttolohnes und was allenfalls noch dazu gerechnet werden muss, verweisen wir auf die Wegleitung zum Ausfüllen des Lohnausweises bzw. der Rentenbescheinigung.

Steuerberechnung (Tarifübersicht)

Das Erwerbseinkommen wird zu unterschiedlichen Tarifen besteuert. Diese Tarife sind abhängig von diversen Faktoren wie Zivilstand, Anzahl Kinder, Konfession etc. Die Quellensteuertarife sind kantonal unterschiedlich und können hier eingesehen werden. Sind Sie an der Quelle besteuert, so prüfen Sie von Zeit zu Zeit der von Ihrem Arbeitgeber angewandte Tarifsatz.

Tarifkorrektur (Frist bis 31. März 2020!)

Die Quellensteuertarife sind fix und werden dem Arbeitnehmer monatlich belastet. Auf der Lohnabrechnung sowie dem jährlichen Lohnausweis sind diese Abzüge gesondert auszuweisen. Hat ein Steuerpflichtiger zusätzliche Abzüge für Schuldzinsen, Weiterbildungskosten, Alimente, Säule 3a, Krankheits- und Unfallkosten etc. so kann der Tarif 1x jährlich korrigiert werden. Diese Korrektur hat mittels vorgegebenem Formular und jeweils bis zum 31. März des Folgejahres (aktuell 31. März 2020) zu erfolgen. Es kann sich durchaus lohnen, diese Prüfung vorzunehmen. Diese Frist ist gemäss Artikel 137 DBG eine Verwirkungsfrist und kann daher nicht verlängert werden.

Nachträgliche ordentliche Veranlagung

Betragen die Bruttoeinkünfte des Steuerpflichtigen in einem Kalenderjahr mehr als CHF 120’000 wird eine nachträgliche ordentliche Veranlagung für das Einkommen und Vermögen durchgeführt. Dies bedeutet, dass die steuerpflichte Person eine ordentliche Steuererklärung auszufüllen hat. Mehr Informationen zur Steuererklärung finden Sie in diesem Beitrag.

Die bereits bezahlten Quellensteuerbeträge werden mit den ordentlichen Steuern gemäss Veranlagungsverfahren zinslos angerechnet.

 

Haben Sie Fragen zur Quellensteuer oder benötigen Sie Unterstützung bei der Tarifkorrektur, so stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

 


Im Beitrag verlinkte Dokumente:

 

 

Angst ist ein guter Leuchtturm, aber ein schlechter Berater (Frank Lange)

Der Corona-Virus ist zurzeit in aller Munde und bestimmt sowohl das mediale wie auch kommerzielle Leben. Ob man sich der Angst beugt oder gestärkt und mit Vernunft handelt ist sehr individuell. Dennoch können sich Fragen in Bezug auf Anstellungsverhältnisse, Lohnfortzahlung, Krankmeldungen etc. stellen.

Gerne geben wir eine kurze Übersicht der rechtlichen Situation.

 

Rechte und Pflichten des Arbeitgebers

In Artikel 328 des Obligationenrechts OR ist die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers festgehalten. Der Arbeitgeber hat zum Schutz von Leben, Gesundheit und persönlicher Integrität der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Massnahmen zu treffen, die nach der Erfahrung notwendig, nach dem Stand der Technik anwendbar und den Verhältnissen des Betriebes oder Haushaltes angemessen sind, soweit es mit Rücksicht auf das einzelne Arbeitsverhältnis und die Natur der Arbeitsleistung ihm billigerweise zugemutet werden kann.

Im aktuellen Kontext könnte das daher heissen, dass der Arbeitgeber für einen Arbeitnehmer, der aus einem Risikoland zurückkommt, Quarantäne anordnen kann. Dies insbesondere zum Schutz der anderen Arbeitnehmern.

 

Rechte und Pflichten des Arbeitnehmers

Das Gegenstück zur Fürsorgepflicht des Arbeitgebers ist die Sorgfalts- und Treuepflicht des Arbeitnehmers, welche in Artikel 321a des Obligationenrechts OR festgehalten ist. Der Arbeitnehmer hat die ihm übertragene Arbeit sorgfältig auszuführen und die berechtigten Interessen des Arbeitgebers in guten Treuen zu wahren. Der Arbeitnehmer ist verpflichtet seinen Arbeitgeber über mögliche Risikofaktoren durch Reisen, Ansteckungen etc. zu informieren und wo möglich selber Massnahmen zum Schutz anderer zu treffen.

 

Lohnfortzahlung

Hat der Arbeitnehmer ein Risikogebiet freiwillig besucht, so hat er das Ansteckungsrisiko in Kauf genommen und muss daher auch die möglichen Sicherheitsmassnahmen tragen. Seine Arbeitsverhinderung gilt als selbstverschuldet und ihm steht während der Quarantäne-Zeit keine Lohnfortzahlung zu.

War das Besuchsland während seinem Aufenthalt jedoch noch kein Risikogebiet und sind erst später Fälle von Corona-Erkrankungen bekannt geworden, so hat der Arbeitnehmer diese Abwesenheit nicht selber zu verantworten und erhält daher eine Lohnfortzahlung. Für die Dauer der Lohnfortzahlung sind die Regelungen im Arbeitsvertrag massgebend.

Hat sich der Arbeitnehmer aus beruflichen Gründen in einem Risikogebiet aufgehalten und muss nach seiner Rückkehr präventiv in Quarantäne, so ist die volle Lohnfortzahlung gewährleistet. Die Quarantäne ist eine Folge der beruflichen Tätigkeit und die präventive Schutzmassnahme geht daher zu Lasten des Arbeitgebers.

Wurde das Einzugsgebiet des Arbeitnehmers als Risikozone eingestuft und darf er/sie seinen Wohnort nicht verlassen, so ist er/sie unverschuldet an seiner Arbeitsleistung verhindert und erhält eine Lohnfortzahlung (gemäss Regelung im Arbeitsvertrag).

 

Einführung von Kurzarbeit

Entscheidet sich ein Arbeitgeber den Betrieb zu schliessen oder zu reduzieren, dann wird rechtlich von „Verzug“ gesprochen. Gemäss Artikel 324 Obligationenrecht OR ist dem Arbeitnehmer den vollen Lohn zu entrichten. Im Gegenzug kann der Arbeitgeber eine Kurzarbeitsentschädigung verlangen. Mit dieser Entschädigung können vorübergehende Beschäftigungseinbrüche ausgeglichen und Arbeitsplätze erhalten werden.

Mehr Informationen zur Kurzarbeitsentschädigung finden Sie hier.

Die entsprechenden Formulare finden Sie unter diesem Link.

 

Wir wünschen Ihnen gute Gesundheit und stehen bei ergänzenden Fragen jederzeit gerne zur Verfügung.

 

 

Alljährlich erstellen Arbeitgeber für ihre Mitarbeitenden Lohnausweise. Wir zeigen auf, wie man diese korrekt ausfüllt und wo falsche Angaben zu Problemen führen können.

Ein Lohnausweis mag simpel und einfach erscheinen. Dennoch ist das Dokument eine Urkunde. Falsche Angaben (seien sie auch unwissentlich erfolgt) können bei Vorsätzlichkeit wegen Urkundenfälschung bestraft werden. Es drohen Nach- und Strafsteuerverfahren. Wird man sich dessen bewusst, füllt man Lohnausweise mit einer anderen Herangehensweise aus und prüft die Angaben hoffentlich genau.

Grundlagen

Zum Ausfüllen des Lohnausweises gibt es viele verschiedene Hilfsmittel und Möglichkeiten. Immer begleiten sollte einem die „Wegleitung zum Ausfüllen des Lohnausweises bzw. der Rentenbescheinigung“ der Schweizerischen Steuerkonferenz (SSK).

Was beinhaltet „Lohn“

Grundsätzlich gilt Bruttolohn abzüglich Abzüge für Sozialversicherungen entspricht dem Nettolohn. Zum Basis- oder erweiterten Bruttolohn gehören jedoch auch Sitzungsgelder, Boni, Provisionen etc. Sind Trinkgelder ein bedeutender Bestandteil vom Lohn (z.B. im Gastgewerbe) müssen diese auch im Lohnausweis aufgeführt werden. Ist das Trinkgeld nebensächlich muss dies der Steuerpflichtige in seiner Steuererklärung selber deklarieren.

Taggelder, Leistungen der Arbeitslosenkasse und Erwerbsersatzentschädigungen (Mutterschaft, Militär)

Für Leistungen aus Krankentaggeld- und/oder Invalidenversicherungen sowie Leistungen der Arbeitslosenkasse wie auch aus der Erwerbsersatzordnung ist die Ziffer 7 vorgesehen. Erhält man die Leistungen direkt von einem dieser Versicherungen wird eine anderweitige Bestätigung ausgestellt.

Quellensteuern, Spesenvergütungen, Beiträge an die Weiterbildung

Ist ein Arbeitnehmer an der Quelle besteuert, so wird der monatlich in Abzug gebrachte Anteil auf dem jährlichen Lohnausweis in der Ziffer 12 kumuliert ausgewiesen. Überschreitet der Arbeitnehmer den Bruttolohn von CHF 120’000 so wird er nachträglich ordentlich veranlagt und muss eine Steuererklärung einreichen. Der bereits bezahlte Steueranteil mittels Quellensteuerabzug wird entsprechend angerechnet. Für Spesenvergütungen und Beiträgen an die Weiterbildung ist eine separate Ziffer 13 im Lohnausweis vorhanden.

Beteiligungsrechte

Grundsätzlich sind im Lohnausweis auch Beteiligungsrechte aufzuführen. Kann ein Arbeitnehmer frei über diese verfügen, so sind diese Aktien oder Obligationen in Ziffer 5 zu deklarieren. Sind die Beteiligungsrechte jedoch gesperrt sind entsprechende Ausführungen unter Ziffer 15 vorzunehmen.

Unentgeltliche Beförderung / Geschäftsfahrzeug / Aussendienst

Spätestens seit der Einführung des FABI-Gesetzes sind verschiedenen Fallstricke im Bezug auf Geschäftsfahrzeuge bekannt. Für den Lohnausweis hat eine unentgeltliche Beförderung das Kreuz unter dem Buchstaben F zur Folge. Zudem wird die Gehaltsnebenleistung unter Ziffer 2.2 aufgeführt. Ist das Kreuz vorhanden, darf in der Steuererklärung kein Abzug für den Weg zur Arbeit vorgenommen werden. Des weiteren ist eine Aufrechnung des Geschäftsfahrzeuges vorzunehmen. Aussendienst-Mitarbeitenden muss in Ziffer 15 der Anteil an auswärtiger Tätigkeit aufgeschlüsselt werden.

Kantinenverpflegung / Lunch-Checks

Bietet ein Unternehmen seinen Mitarbeitern eine vergünstigte Kantinenverpflegung oder Lunch-Checks an, so ist auf dem Lohnausweis das Feld G anzukreuzen. Auch dies hat Auswirkungen auf die möglichen Abzüge der Berufsauslagen in der privaten Steuererklärung.

„Geschenke“

Erhält der Mitarbeiter z.B. zu einem Dienstjubiläum ein Geschenk in Form von Bargeld, so ist dies unter Ziffer 2.3 zu deklarieren und gilt als Lohn. Naturalgeschenke hingegen sind bis zu einem Betrag von CHF 500 pro Ereignis steuerfrei.

Effektive und Pauschal-Spesen

Das sehr umfassende und oft verwirrende Thema der Spesen kann mittels einem Spesenreglement gut gelöst werden. Hierzu ist das Spesenreglement von den kantonalen Steuerbehörden genehmigen zu lassen und es herrscht Klarheit über deren Zulässigkeit.

Links und Dokumente

Haben Sie ergänzende Fragen oder Unsicherheiten bezüglich dem Lohnausweis, so stehen wir Ihnen mit unserem Wissen und unserer Erfahrung jederzeit gerne zur Seite. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

Das neue Jahr 2019 ist noch ganz frisch und es bieten sich nun mehr als 360 Tage Zeit, Vorsätze anzugehen und Wünsche umzusetzen. Gerne zeigen wir Ihnen mit diesem Beitrag auf, welche gesetzlichen Änderungen per 01.01.2019 in Kraft getreten sind.


Sozialversicherungen – 1. Säule

Die Sozialversicherungsbeiträge der 1. Säule bleiben mit Ausnahme des Nichterwerbstätigen-Beitrags unverändert bei folgenden Werten:

Die AHV und IV-Renten der 1. Säule sind auf folgende Werte erhöht worden:


Sozialversicherungen – 2. Säule

Die Sozialversicherungsbeiträge der 2. Säule sind auf folgende Werte angepasst worden:


Sozialversicherungen – 3. Säule

Die Sozialversicherungsbeiträge der 3. Säule wurden auf folgende Werte angepasst:

Die Übersicht zu sämtlichen Sozialversicherungen 2019 finden Sie hier.


Lottogewinne

Der Gewinn bei Lotterien und Sportwetten ist neu bis zu einem Gewinn von 1 Million Schweizer Franken steuerfrei.


Ungerechtfertigte Betreibungen

Grundsätzlich kann in der Schweiz jeder jeden betreiben. Das Betreibungsamt überprüft die zuzustellenden Zahlungsbefehle weder rechtlich noch inhaltlich. Dem Schuldner steht es frei, gemäss SchKG Art. 74 ff. innerhalb der gesetzlichen Frist von 10 Tagen Rechtsvorschlag zu erheben. Wird Rechtsvorschlag erhoben, so überprüft ein Richter den Betreibungsinhalt. Bis zu einem Urteil kann viel Zeit vergehen.

Zwischenzeitlich ist diese Betreibung im Betreibungsregister des Schuldners ersichtlich. Der „Schuldner“ wird dadurch in rechtlichen Vorgängen wie z.B. Leasinganträge, Wohnungswechsel etc. massgeblich eingeschränkt. Seit diesem Jahr kann nun innerhalb von 3 Monaten ein entsprechendes Gesuch eingereicht werden. Das Betreibungsamt erteilt dann zu ungerechtfertigten Betreibungen keine Auskünfte mehr.


Autofahren

Die Alterslimite für ärztliche Prüfungen zur Sicherstellung der Fahrtüchtigkeit wurde von bisher 70 auf neu 75 Jahre erhöht.


Legalisierung Online-Poker und -Roulette

Das Geldspielgesetz wurde angepasst, sodass Online-Geldspiele auch ausserhalb der Spielbanken legal genutzt werden können. Voraussetzung ist, dass die Anbieter über eine entsprechende Bewilligung verfügen. Nicht bewilligte Online-Spiele werden gesperrt.


Mehrwertsteuer für grosse Versandhäuser

Sobald ein ausländischer Versandhändler wie z.B. Zalando in der Schweiz die Umsatzgrenze von CHF 100’000 erreicht, gilt die Schweiz als Ort der Lieferung. Dadurch ist auf alle Lieferungen Mehrwertsteuer zu entrichten. Mit dieser Anpassung möchte man den Wettbewerbsnachteil für Schweizer Unternehmen beseitigen.


Todesbestätigung fehlgeborener Kinder

Bisher wurden Fehlgeburten im Zivilstandsregister nicht nachgeführt. Totgeborene hingegen werden ab einem Gewicht von mindestens 500g oder nach der vollendeten 22. Schwangerschaftswoche im Register verzeichnet. Neu können sich Eltern von fehlgeborenen Kindern auf Wunsch beim Zivilstandsamt ihrer Wohngemeinde melden und erhalten eine entsprechende Todesbestätigung. So wird das fehlgeborene Kind im Register der Eltern erfasst.


Fazit

Auf das neue Jahr 2019 wurden moderate, aber dennoch wichtige Anpassungen seitens des Gesetzgebers vorgenommen. Einige sind gut verständlich, andere benötigen zur Umsetzung umfangreiches Fachwissen. Gerne stehen wir Ihnen zur Seite und wünschen ein erfolgreiches neues Jahr.